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Warum klassische Produktbroschüren ausgedient haben – und was stattdessen wirkt

Timo Jacobi
Timo Jacobi |

Du kennst das: Der Deal ist in trockenen Tüchern, die Tinte unter dem Vertrag fast trocken – und dann platzt das Projekt. Gründe gibt es viele: Finanzierungsprobleme des Bauherrn, unerwartete Schwierigkeiten auf der Baustelle, Änderungen in der Gesetzgebung oder schlichtweg eine Fehleinschätzung des Marktes. Als Leiter Objektvertrieb trägst du die Verantwortung, solche Risiken frühzeitig zu erkennen und zu minimieren. Risikomanagement ist dabei kein lästiges Anhängsel, sondern ein integraler Bestandteil deiner Vertriebsstrategie.

Warum Risikomanagement im Objektvertrieb so wichtig ist

Im Objektvertrieb geht es um große Summen und langfristige Beziehungen. Ein geplatztes Projekt bedeutet nicht nur Umsatzverluste, sondern auch Imageschäden und einen Mehraufwand an Zeit und Ressourcen. Stell dir vor, du hast monatelang in ein Projekt investiert, Präsentationen gehalten, Angebote erstellt und technische Details geklärt. Dann erfährst du, dass der Bauherr insolvent ist und das Projekt auf Eis liegt. All deine Bemühungen waren umsonst.

Ein effektives Risikomanagement hilft dir, solche Szenarien zu vermeiden. Es ermöglicht dir, potenzielle Risiken frühzeitig zu identifizieren, zu bewerten und Maßnahmen zu ergreifen, um ihre Auswirkungen zu minimieren. Dadurch sicherst du nicht nur den Erfolg deiner Projekte, sondern auch die Stabilität deines Unternehmens.

Die Vorteile eines systematischen Risikomanagements im Überblick:

  • Frühzeitige Erkennung von Risiken: Du kannst potenzielle Probleme identifizieren, bevor sie sich zu echten Krisen entwickeln.
  • Bessere Entscheidungsfindung: Du hast eine fundierte Grundlage für deine Entscheidungen und kannst die potenziellen Auswirkungen verschiedener Szenarien besser einschätzen.
  • Effizientere Ressourcennutzung: Du kannst deine Ressourcen gezielter einsetzen und unnötige Aufwände vermeiden.
  • Höhere Projektrentabilität: Durch die Minimierung von Risiken steigerst du die Wahrscheinlichkeit, dass deine Projekte erfolgreich abgeschlossen werden und die erwarteten Gewinne erzielen.
  • Stärkung der Kundenbeziehungen: Durch ein proaktives Risikomanagement zeigst du deinen Kunden, dass du ihre Interessen ernst nimmst und alles dafür tust, ihre Projekte zum Erfolg zu führen.

Die wichtigsten Risikofaktoren im Objektvertrieb

Bevor du mit dem Risikomanagement beginnst, musst du dir einen Überblick über die wichtigsten Risikofaktoren verschaffen, die im Objektvertrieb relevant sind. Diese lassen sich grob in folgende Kategorien einteilen:

  • Finanzielle Risiken: Hierzu gehören beispielsweise die Zahlungsfähigkeit des Bauherrn, die Verfügbarkeit von Finanzierungen, Währungsschwankungen und steigende Baukosten.
  • Technische Risiken: Diese umfassen beispielsweise unerwartete Schwierigkeiten auf der Baustelle, technische Probleme mit den verwendeten Produkten, Änderungen in den Bauvorschriften und Qualitätsmängel.
  • Rechtliche Risiken: Hierzu gehören beispielsweise Vertragsstreitigkeiten, Haftungsansprüche, Genehmigungsprobleme und Änderungen in der Gesetzgebung.
  • Politische Risiken: Diese umfassen beispielsweise politische Instabilität, Änderungen in der Regierungspolitik, Handelsbeschränkungen und Naturkatastrophen.
  • Marktrisiken: Hierzu gehören beispielsweise Änderungen in der Nachfrage nach Bauprodukten, steigender Wettbewerb, sinkende Preise und konjunkturelle Schwankungen.

Beispiel: Stell dir vor, du verkaufst Fassadensysteme. Ein potenzielles finanzielles Risiko wäre, dass der Bauherr aufgrund steigender Zinsen Schwierigkeiten hat, seine Finanzierung aufrechtzuerhalten. Ein technisches Risiko könnte darin bestehen, dass bei der Montage des Fassadensystems unerwartete Probleme auftreten, die zu Verzögerungen und zusätzlichen Kosten führen. Ein rechtliches Risiko könnte entstehen, wenn es zu Streitigkeiten über die Einhaltung der Bauvorschriften kommt. Und ein Marktrisiko könnte darin bestehen, dass sich die Nachfrage nach deinem Fassadensystem aufgrund veränderter architektonischer Trends verringert.

So implementierst du ein effektives Risikomanagement

Die Implementierung eines effektiven Risikomanagements ist ein mehrstufiger Prozess, der sorgfältige Planung und kontinuierliche Überwachung erfordert.

1. Risikoidentifikation: Der erste Schritt besteht darin, alle potenziellen Risiken zu identifizieren, die sich auf deine Projekte auswirken könnten. Hierfür kannst du verschiedene Methoden einsetzen, wie beispielsweise Brainstorming-Sitzungen mit deinem Team, die Analyse von vergangenen Projekten, die Durchführung von Experteninterviews und die Nutzung von Checklisten.

2. Risikobewertung: Nachdem du alle potenziellen Risiken identifiziert hast, musst du sie bewerten. Hierbei geht es darum, die Wahrscheinlichkeit ihres Eintritts und die potenziellen Auswirkungen zu bestimmen. Dafür nutzt du eine Risikomatrix, die Wahrscheinlichkeit und Auswirkungen auf einer Skala von niedrig bis hoch darstellt.

3. Risikobewältigung: Auf Basis der Risikobewertung kannst du nun Maßnahmen ergreifen, um die identifizierten Risiken zu bewältigen. Hierfür gibt es verschiedene Strategien:

  • Risikovermeidung: Du kannst ein Risiko vermeiden, indem du beispielsweise ein Projekt ablehnst, das zu riskant erscheint.
  • Risikominderung: Du kannst die Wahrscheinlichkeit oder die Auswirkungen eines Risikos reduzieren, indem du beispielsweise zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen ergreifst, alternative Lösungen entwickelst oder Verträge anpasst.
  • Risikoübertragung: Du kannst ein Risiko auf eine andere Partei übertragen, indem du beispielsweise eine Versicherung abschließt oder eine Garantievereinbarung triffst.
  • Risikoakzeptanz: In einigen Fällen kann es sinnvoll sein, ein Risiko zu akzeptieren, wenn die Kosten für die Bewältigung höher sind als der potenzielle Schaden.

4. Risikoüberwachung: Risikomanagement ist kein einmaliger Prozess, sondern eine kontinuierliche Aufgabe. Du musst die identifizierten Risiken regelmäßig überwachen und deine Maßnahmen gegebenenfalls anpassen. Hierfür kannst du beispielsweise regelmäßige Projektbesprechungen abhalten, in denen die Risiken und ihre Entwicklung diskutiert werden.

5. Dokumentation: Dokumentiere alle Schritte des Risikomanagements. Das umfasst die Identifizierung der Risiken, ihre Bewertung, die Bewältigungsmaßnahmen und die Überwachung. Eine gute Dokumentation hilft dir, den Überblick zu behalten und aus Fehlern zu lernen.

Tools und Techniken für ein effektives Risikomanagement

Es gibt verschiedene Tools und Techniken, die du für ein effektives Risikomanagement einsetzen kannst.

  • Risikomatrix: Eine Risikomatrix ist ein einfaches, aber effektives Tool, um die Wahrscheinlichkeit und die Auswirkungen von Risiken darzustellen.
  • SWOT-Analyse: Eine SWOT-Analyse (Strengths, Weaknesses, Opportunities, Threats) hilft dir, die Stärken, Schwächen, Chancen und Bedrohungen deines Unternehmens zu analysieren und daraus Risiken abzuleiten.
  • Frühwarnsysteme: Frühwarnsysteme helfen dir, potenzielle Risiken frühzeitig zu erkennen, indem sie beispielsweise Marktdaten, Kundenfeedback und interne Kennzahlen analysieren.
  • Szenario-Analyse: Eine Szenario-Analyse hilft dir, die potenziellen Auswirkungen verschiedener Szenarien auf deine Projekte zu simulieren und entsprechende Maßnahmen zu planen.
  • Checklisten: Checklisten helfen dir, sicherzustellen, dass du alle relevanten Risikofaktoren berücksichtigt hast.

Beispiel: Du nutzt eine Risikomatrix, um die finanziellen Risiken eines Projekts zu bewerten. Du stellst fest, dass die Wahrscheinlichkeit einer Zahlungsverzögerung durch den Bauherrn aufgrund seiner aktuellen Finanzlage hoch ist. Die potenziellen Auswirkungen wären erhebliche Umsatzverluste und Verzögerungen im Projektverlauf. Du entscheidest dich, die Risiken zu mindern, indem du eine Vorauszahlung verlangst und eine Bürgschaft des Bauherrn einforderst. Du überwachst die Zahlungseingänge genau und hältst regelmäßigen Kontakt zum Bauherrn, um frühzeitig auf mögliche Probleme reagieren zu können.

Risikomanagement als Wettbewerbsvorteil

Ein effektives Risikomanagement ist nicht nur eine Notwendigkeit, sondern auch ein Wettbewerbsvorteil. Kunden schätzen Unternehmen, die ihre Interessen ernst nehmen und alles dafür tun, ihre Projekte zum Erfolg zu führen. Indem du ein proaktives Risikomanagement betreibst, zeigst du deinen Kunden, dass du ein zuverlässiger Partner bist, auf den sie sich verlassen können.

Darüber hinaus kannst du durch ein effektives Risikomanagement deine Ressourcen effizienter einsetzen und deine Projektrentabilität steigern. Das verschafft dir einen finanziellen Vorteil gegenüber deinen Wettbewerbern und ermöglicht dir, in neue Technologien und Innovationen zu investieren.

Beispiel: Du präsentierst potenziellen Kunden dein Risikomanagement-System und zeigst ihnen, wie du Risiken frühzeitig erkennst und bewältigst. Du demonstrierst, dass du nicht nur ein Lieferant von Bauprodukten bist, sondern ein Partner, der sich aktiv für den Erfolg ihrer Projekte einsetzt. Dies überzeugt die Kunden und verschafft dir einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Anbietern, die kein vergleichbares Risikomanagement anbieten.

Fazit: Risikomanagement – Dein Schlüssel zum Projekterfolg

Risikomanagement ist ein unverzichtbarer Bestandteil des Objektvertriebs. Es hilft dir, potenzielle Probleme frühzeitig zu erkennen, zu bewerten und Maßnahmen zu ergreifen, um ihre Auswirkungen zu minimieren. Dadurch sicherst du nicht nur den Erfolg deiner Projekte, sondern auch die Stabilität deines Unternehmens und stärkst deine Kundenbeziehungen. Nutze die genannten Tools und Techniken, um ein effektives Risikomanagement zu implementieren und dich von deinen Wettbewerbern abzuheben.

Du möchtest dein Risikomanagement im Objektvertrieb auf das nächste Level heben und deine Projekte noch erfolgreicher gestalten? Wir unterstützen dich gerne dabei! Kontaktiere uns über das untenstehende Formular und lass uns gemeinsam herausfinden, wie wir dir helfen können. Wir freuen uns auf deine Anfrage!

 

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